Relevanzkriterien

Wer meint, dass Wikipedia keine Relavanzkriterien benötigt, sollte verpflichtet werden einen Linux-Kernel zu nutzen, in den alle vorgeschlagenen Patches der letzten drei Jahre einkompiliert sind.

13 Kommentare.

  1. Man kann natürlich auch unter Vorgabe von Relevanzkriterien alle unliebigen Artikel und Erwähnungen entfernen und damit ein Stück Zeitgeschichte aus dem kollektiven Gedächtnis entfernen.

    Im Gegensatz zu einem Linux-Kernel ist etwas mehr in der Wikipedia nicht schädlich, wenn es inhaltlich korrekt ist.

  2. beni: Das ist ein verbreiteter Irrglaube. Allein schon die Prämisse „wenn es inhaltlich korrekt ist“ ist eine enorm hohe Hürde.

  3. Naja der Vergleich hinkt etwas XD

    Aus der Wikipedia zieh ich mir nur den Teil den ich auch brauche, beim Kernel sieht das etwas anders aus.

    Solange man einen Wikianer als Maintainer zuordnen kann und sein Account nicht tot ist, sollte sich die Relevanzfrage garnicht stellen. Die nach der Inhaltlichen korrektheit natürlich immer.

    just my Sennef

  4. Mikka: Es gibt keine „Maintainer“ auf Wikipedia und man braucht auch keinen Account zum Schreiben. Ändere diese falschen Annahmen und sag mir dann wie Du ohne Relevanzkriterien auskommst :-)

  5. Dein Vergleich ist nicht direkt von großem technischem Sachverstand geprägt, um es mal ganz ganz höflich zu formulieren…

    Nichts gegen Qualitätskriterien, aber welches Wissen „relevant“ ist, oder nicht, sollte im Internetzeitalter nicht von Leuten entschieden werden, die eigentlich lieber gern ein Brockhaus-Lexikon editieren würden. Jeder wg. „Irrelevanz“ gelöschte Artikel verprellt einen Autor, der im Zweifel aufhört, die Qualität von anderen Artikeln zu verbessern. Die fallenden Statistiken zu aktiven Usern und neuen Artikeln wiesen schon 2007 deutlich auf ein im-eigenen-Saft-kochen der Wikipedia hin, ich kann nur annehmen das es noch schlimmer geworden ist.

  6. Frank: Nimm es mir nicht übel: Dein Beitrag ist auch nicht von großem Sachverstand geprägt. Lies meinen Beitrag einfach nochmal genauer.

    Und zur Sache: Wikipedia-Artikel müssen gewartet werden. Wenn jemand einen Beitrag über Dich schreibt und irgendwer anderes schreibt hinein, dass Du wegen Vergewaltigung grade fünfzehn Jahre im Knast sitzt, dann hättest Du das nicht gerne. Wie willst Du das ganz ohne Relevanzkriterien verhindern?

  7. Du wirfst hier
    1. Relevanz (ist der Artikel wesentliches Wissen und gehört daher in die Wikipedia?),
    2. Qualität (steht drin was rein muss, in lesbarer, wenn möglich belegter Form?),
    3. Korrektheit (stimmen die Fakten?),
    4. Privatsphäre (gehört ein Fakt in einen Personenartikel? –> Presserecht)
    munter und wild durcheinander.

    Niemand argumentiert dagegen, daß Artikel korrekt und qualitativ hochwertig sein sollen. Wovon viele Leute aber offenbar die Schnauze voll haben ist, daß eine handvoll Admins, die sich auch noch selber gegenseitig wiederwählen (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Adminwiederwahl) angebliche Irrelevanz benutzen, um ihre Brockhaus-Weltsicht in der Wikipedia per Löschung zu zementieren und darauf auch noch stolz sind. Speicherplatz kostet nichts mehr, die sollen sich lieber auf Qualitätsverbesserung konzentrieren und dazu Leute motivieren die mitmachen, nicht sie verprellen.

  8. @Torsten:

    Ich habe mich schlecht ausgedrückt.

    Ich meinte:
    Wenn es Maintainer(Accountgebunden) in der Wikipedia geben würde, könnte man damit schon einiges erschlagen.

    Ich sachte das sei ersichtlich, sorry

    BTT.:
    Ich denke es sollte sich bei der Relevanz nur darum drehen, wieviele einen Artikel für relevant halten und niemals darum, wieviele ihn für unrelevant halten.
    Die Relevanzliste sollte dazu dienen eine Relevanz schneller zu erkennen aber nicht um diese auszuschließen.

    Bsp. nach kurzer Suche: Löschgrund eine Wikiartikels: „..Keine Relevanz nach den Relevanzkriterien erkennbar..“

    Ich habe zwar auch keine Lösung dafür, aber sonst hätten wir ja auch keine Diskussion hier :)

  9. Frank: Das ist doch der Punkt: Deine Punkte 1 bis 4 stehen in ursächlichem, unmittelbaren Zusammenhang.

    Ich gebe Dir recht, dass die checks und balances in Wikipedia nicht richtig, was zu erheblichen Fehlentwicklungen führte. Aber das ändert nichts an der Notwendigkeit von Relevanzkriterien. Versuch meine Frage von oben zu beantworten – es ist die Quadratur des Kreises.

    Mikka: das hatte ich nicht richtig verstanden.

    Die Idee mit dem Artikel-Maintainer ist fast so alt wie die deutsche Wikipedia. Aber stell Dir vor: statt ein paar Dutzend Löschadmins hast Du dann Tausende, die nach Gutdünken entscheiden was jetzt reinkommt und was nicht. Oder der Maintainer verschwindet auf Nimmerwiedersehen.

  10. Der große Unterschied ist, dass jeder selber entscheiden kann, ob er seinen Kernel mit allen vorgeschlagenen Patches laufen lassen kann, während bei Wikipedia ein paar einzelne Personen entscheiden, dass alle ihren Kernel gefälligst ohne Patch X und Patch Y laufen zu lassen haben.

    Netter Versuch.

  11. revlar: Das da oben war ein hingeworfener Satz, der eher humorvoll gemeint war. Ich hab nie geschrieben und gemeint: „Das ist genau das gleiche!!!“

    Aber auf den zweiten Blick wird der Vergleich immer besser – denn auch der Unterschied, den Du hier anführst – den gibt es nicht. Du kannst Dir sämtliche Edits der Wikipedia in Echtzeit abschöpfen – wie Du auch alle eingereichten Patches abschöpfen kannst. Es gibt ähnliche Projekte – google mal nach „Deletionpedia“. Die Wikipedianer bewachen nur ihre Compilation – wenn Du ein freieres Projekt machen willst, hast Du das right to fork.

  12. Die Frage nach Relevanz stellt sich für mich nicht. Alles was es gibt MUSS da rein. Sonst ist es keine Enzyklopädie, sondern eine zensierte Wissenssammlung, die dem Gutdünken der Admins entspricht. Lieber finde ich zu einem Thema einen Qualitativ schlechten Artikel, den man ohne Probleme im Wiki als solchen markieren kann, als überhaupt nichts. Mich würde es auch nicht wundern, wenn ein Renommierter Wikipedia-Admin gegen Geld mal einen Löschantrag wg. Unrelevanz stellt. Bei Themen die nicht ganz so viel Aufmerksamkeit genießen, würde das Wunderbar funktionieren.

    In Ihrer jetzigen Form ist die deutsche Wikipedia fast unbrauchbar, bei vielen Artikeln finden sich im englischem Pendant locker 50% mehr nützliche Informationen, in weniger Text.
    Und dein Vergleich ist ein typischer Apfel-Birnen Vergleich. Ein Kernel hat 0% mit einer Enzyklopädie gemeinsam.

    Jemand der heutzutage einen neuen Artikel schreibt, muss in etwa die dreifache Zeit zu Verteidigung gegen die Löschanträge aufwenden, als den Artikel selbst zu verfassen. Wer macht da freiwillig noch mit? Anstatt in der Wikipedia wissen zu sammeln und zusammenzutragen wird geschätzte 90% der Zeit mit Diskussionen über Relevanz, Quellzulässigkeit und sonstiger Unproduktivität verbracht.

  13. Joey: Die Erfahrung mussten viele Wiki-Admins machen: wenn die Spammer, SEOs und Verleumder angekommen sind, ist es aus mit der uneingeschränkten Begeisterung für Offenheit. Spätestens wenn die erste teure Abmahnung wegen einer hirnrrissigen Urheberrechtsverletzung kommt, geben die meisten auf.