Flamewars – eine missverstandene Kunst

Wir kennen sie alle: ‚Betriebssystem-Flamewars. Apple gegen Windows. KDE gegen Gnome. AmigaOS gegen AtariTOS. Wer meint, dass diese Diskussionen nutzlos sind, erliegt einem Missverständnis: Flamewars um Betriebssysteme sind keine Debatte, sondern eine Kunstform und obendrein nützlich.

Gerüchten zufolge wurden die Flamewars kultiviert, als die Prozessoren die 100-Mhz-Schwelle überschritten. Die Computer waren nun in der Lage, die Nutzer in atemberaubender Geschwindigkeit mit immer neuen Informationen zu überschütten, der normale Büroarbeiter drohte vom Informationsstrom weggerissen zu werden und mitsamt seinem Bürostuhl umzukippen. Gleichzeitig drohten die Prozessoren zu überhitzen, wenn sie dauernd mit rechenintensiver Nutztätigkeit beschäftigt waren.

Die Betriebssystem-Flames bieten nun zweierlei Funktionen: sie bieten dem Computer-Nutzer Halt, weil immer wieder die gleichen Argumente in erfreulich geringer Variationsbreite über den Bildschirm flimmern. Gleichzeitig bieten sie dem Rechner die wohlverdiente Idle-Time, die ihn wieder auf angenehme Temperaturen herunterkühlt.

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