Spaß auf der Cebit: Visitenkarten-Bingo

Hin- und hergerissen ist die deutsche Nerdgemeinde Anfang März: Kann man die lärmende, marketingverseuchte und überhaupt viel zu teure Cebit wirklich noch einmal aushalten? Will man da überhaupt hin?

Man kann sich das Messetreiben natürlich versüssen, indem man sich ein Megaphon schnappt und mit ein paar wilden Gestalten den Stand eines Mega-Konzerns besetzt. Aber das ist die Holzhammer-Methode. Es geht auch subtiler.

So ist bei Messeständen noch eine sehr rudimentäre Form des social networkings verbreitet. Statt einfach seine Kontaktdaten per Bluetooth an 3000 empfangsbereiten Handies zu schicken oder gegenseitig biometrische Merkmale auszutauschen, greift man zu kleinen eckigen Read-Only-Datenträgern mit erschreckend niedriger Datendichte: Visitenkarten. Wer an einem Gewinnspiel teilnehmen oder den Hostessen beim Schlammcatchen zusehen will, muss eine solche Visitenkarte abgeben.

Halten wir also fest: Visitenkarten öffnen Türen. Und sie sind eine soziale Komponente, sie sich relativ einfach hacken lässt: Man braucht nur ein entsprechendes Auftreten mit der passenden Visitenkarte kombinieren, und schon kann man die Karriereleiter heraufklettern. Je höher der Rang der Visitenkarte, desto höher der Rang der Gesprächspartner.

Natürlich ist es einfacher, wenn man echte Karten von echten Firmen vorweisen kann. Also bietet sich ein schrittweises Vorgehen an. Eine erste läppische Karte wird bei einem harmlosen Informationsgespräch gegen eine Visitenkarte eines unteren Salesdroiden eingetauscht. Dann geht man zu dem Papp-Stand eines Mittelständlers und tauscht die erste Karte gegen die eines technischen Leiters oder sogar des CEO(!). Bei HP oder Intel wird über ein Verkaufsgespräch mittleren Umfangs die Karte des Mittelständlers in die eines preisverhandlungsberechtigten Managers eines Großkonzerns umgewandelt. Schließlich steigt man zu immer neuen Titeln und Ehren auf, bis man schließlich zu den Obermotzen gelangt. Am Ende des Tages sollte die letzte Visitenkarte mindestens den Rang eines „Senior Managers“ repräsentieren und zu einer Organisation mit über einer Milliarde Euro Jahresumsatz gehören.

Falls diese Technik wirklich Erfolg hat – woran bei entsprechendem Auftreten nun wirklich kein Zweifel bestehen dürfte – bitte ich um Zusendung der besten erbeuteten Visitenkarten an blog ätt kleinz.net .

5 Kommentare.

  1. So, und jetzt haette ich gern eine Variante fuer den technikaffinen weiblichen Nerd. Was soll ich bloss machen, ich sehe einfach nicht aus wie Horst, Dieter oder Felix.
    Ich will aber auch beim Visitenkartenbingo mitspielen!

  2. Vielleicht gehst Du als Carly Fiorina? :P

  3. Hm, da waer es aber doch deutlich billiger, ich klebte mir einen Schnurrbart an. Und wenn ich nicht soviel spreche, koennte das mit der Stimmenverstellung auch klappen.
    Naja, oder ich koennte auch bei den Hostessen gucken, vielleicht haben die ja eine Visitenkarte fuer mich. Dann kann ich mich auf diesem Wege zur Ober-Hostesse am VIP-Stand durchmogeln.

  4. eine tolle idee! die letzte karte kann man ja dann an eine webliche mitspielerin abtreten und sie damit schwer beeindrucken. ;-)

  5. moin moin,

    darf ich mal anmerken das das mit abstand das beste ist das ich von der vebit seit langen gehört habe.

    ich war mit meiner ausbildungsstätte in china auf so eine visitenkartentour und hab noch welche davon, ob das auch geht? obwohl sowas fällt als joker oder ?

    matze