Archive for the 'Media' Category

Schnippsel-Zeit

Wenn ich im Player sehe, dass ein Webvideo mehr als 15 Minuten dauert, ertappe ich mich bei der Frage: Lohnt das überhaupt? Ich soll 15 Minuten Lebenszeit investieren, das Multitasking während dieser schier unendliche Zeitspanne einstellen? Kann ich wenigstens vorspulen, um die unvermeidbare Pointe, das Fazit, den enthüllenden Moment zu sehen, ohne mich mit zu viel unnötigen Informationen zu belasten?

Komisch – wie konnte ich jemals Fernsehen gucken?

Auf nüchternen Magen…

Vor nahezu sechs Jahren schrieb ich noch:

Du bist ein Nerd…
… wenn Du grundsätzlich Deine Emails vor dem Zähneputzen holst.

Heute ist das schon fast normaler Familienalltag, wenn man der New York Times folgen mag:

Today, Mr. Gude wakes at around 6 a.m. to check his work e-mail and his Facebook and Twitter accounts. The two boys, Cole and Erik, start each morning with text messages, video games and Facebook.

The new routine quickly became a source of conflict in the family, with Ms. Gude complaining that technology was eating into family time. But ultimately even she partially succumbed, cracking open her laptop after breakfast.

Vernerdet die Gesellschaft? Ist die Prenerdiarisierung weiter Schichten endlich der Beginn des Post-Materialismus? Oder sind Gadgets materialistisch? Sind Nerds lediglich Trendsetter, die jetzt ein neues Alleinstellungsmerkmal brauchen?

Egal, ich geh mir nun erst Mal Frühstück machen…

Best Symbolfoto ever

“Sieh nicht in die Kamera. Nur auf den Bildschirm.”
“Ok.”
“Beug Dich weiter vor.”
“So?”
“Weiter.”
“Aua!”
“OK.”
“Und die Maus, die muss weiter nach vorne.”
“Aber da ist kein Platz mehr.”
“Mir egal. Stell sie halt auf’s Notebook.”
“Sicher?”
“Ja.”
“Aua!”
“Und die Mütze ziehst Du Dir weiter ins Gesicht”
“Wieso?”
“Du bist ein Hacker! Außerdem werden wir mit Photoshop alles mögliche reinkopieren. In den Hintergrund setzen wir eine gräßlich falsch dimensionierte CD-Spindel. Aber keine Bange, da legen wir ein paar Wischfilter drüber”
“Aua”
“Und im Vordergrund werden wir noch eine CD reinkopieren.”
“Wieso?”
“Ich hab da was auf der Cliparts-CD gefunden. Sieht toll aus.”
“Ok.”
“Kannst Du nicht was gegen die Akne machen?”
“Wieso? Aua.”
“Nicht wichtig.”

Aua!

Intelligente Schwachköpfe

Das Duden-Universalwörterbuch hat tatsächlich einen Eintrag zum Thema “Nerd”. Er ist ganze 33 Worte lang – 11 davon sind kostenlos abrufbar:

Nerd [nø:¿t], der; -s, -s [engl. Nerd = Schwachkopf] (Jargon abwertend): sehr intelligenter, aber sozial isolierter …

Ich glaube, für die folgenden 22 Worte möchte ich kein Geld ausgeben.

Arbeitsthese

Jeder 17-jährige hat Counter-Strike auf dem Rechner.

Noch Fragen?

Die Spielkinder von 1600 Pennsylvania Avenue

Die neuen Einwohner des Weißen Hauses haben Probleme mit der veralteten IT-Infrastruktur.

“It is kind of like going from an Xbox to an Atari,” Obama spokesman Bill Burton said of his new digs.

Ich bin mir sicher, das System und der Change einigen sich auf einen Kompromiss: Playstation 2. Im besten Fall sogar eine Wii.

DLF und der Nerd-FAIL

Achim Hahn und Susanne Luerweg haben für den Deutschlandfunk ein Feature über Nerds, Geeks und Freaks verfasst. Leider muss ich sagen: FAIL.

Obwohl sich die Autoren redlich bemüht haben und auch richtige Gesprächspartner interviewt haben – zum Beispiel Peter Glaser und Mareike Glöß – schlitterten sie über das subkulturelle Glatteis und kamen spektakulär vom Weg ab. Zwar haben wir in 55 Minuten jede Menge Aussagen zu Nerd-Klischees gehört, aber quasi nichts zur Nerd-Kultur. Die besteht nämlich keinesfalls nur aus Nerdcore.

Was die Autoren nicht verstanden, wurde durch Superlative ersetzt. Zum Beispiel die minutenlangen Lobeshymnen auf die ziemlich unbekannte und peinliche Werbekampagne einer SMS-Wissens-Community. Die kaum zu haltende These vom Super-Trend Nerd-Style. Oder der hingeworfene Schnippsel, dass irgendeine Autorin in irgendeinem Online-Magazin, die Liebhaberqualitäten von Nerds lobte. Oder dass ausgerechnet StudiVZ als ein von Nerds geschaffenes Angebot portraitiert wurde und sich jemand zur Behauptung hinreißen ließ, dass vor allem Nerds in den IT-Unternehmen reich geworden seien.

Was dem Feature völlig fehlte, war die Innenansicht des Nerd-Daseins. Nerd ist nicht nur das Fehlen sozialer Fähigkeiten in Verbindung mit Intelligenzüberschuss, Nerds sind nicht das Asperger-Syndrom. Nerd-Kultur hat viel mit Neugier zu tun, mit Experimenten. Nicht simple soziale Unfähigkeit, sondern das Ausarbeiten neuer sozialer Bindungen, einer neuen Debatten-Kultur, eines eigenen Werte-Kanons.

Hackerleben: Girls and White Russian

Das New York Times Magazine hat ein interessantes Portrait über Virgil Griffith, der als Programmierer des Wikiscanners bekannt wurde.

But Griffith is not 14 now; he’s 25, and technofoolery may not satisfy him forever. The allure of real science is powerful, even as the hacker high life — girls, notoriety, White Russians — can be hard to resist. “Hackerdom rewards spontaneity, curiosity and ingenuity,” Griffith told me.

There is no stigma anymore

US-Sitcoms sind also Sozialrealismus. Really?

Ted: She is embarrassed we met online
Marshall: Wow wow..
Ted: What? There is no stigma anymore.
Robin: Oh, there is a stigma. That is why people always say: ‘there is no stigma anymore’.
Barney: So – she’s hot?
Ted: She’s gorgeous.
Barney: Then she is crazy
Ted: No she is not crazy.
Barney: Ted, the only hot girls that troll the internet for dudes are crazy, hookers or dudes.

Terrabyte lebt

Das war schon vor fünf Jahren nicht besonders intelligent, jetzt ist es geradezu blöd:

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