Der Nerd hat seine Schuldigkeit getan

Ich war in der vergangenen Woche auf der gamescom. Eine Litanei begegnete mir immer wieder: Endlich sind die Spiele im Mainstream angekommen! Alle spielen! Nicht nur die Nerds! Endlich!

Und in der Tat: zwar waren die Messehallen voll von eher bleichen jungen männlichen Menschen. Aber wo waren die Kostümierten? Wo waren die Enthusiasten? Wer von denen hatte SuperMario-Bettwäsche und stand dazu?

Sie passten nicht ins Konzept, die Nerds. Die Spieleindustrie will halt Konsumenten. Und der kommunikationsscheue Loser bekommt einen Stand, auf dem großbusige Hostessen im knappen Bikini PC-Gehäuse anpreisen. Das muss doch reichen…

Fuck you.

2 Kommentare.

  1. Da spricht mir jemand aus der Seele.
    Ich habe vor 30 Jahren angefangen, Video- und Computerspiele zu spielen. Da war die Welt noch in Ordnung. Man war in der sozialen Ecke gelandet, wo ein, zwei Jahrzehnte noch der Rock’n’Roll zu finden war, S&M oder die Comics.

    Heute verwässert alles immer mehr. Für nicht-Nerds Spiele zu entwickeln muss ein feuchter Traum sein für Entwickler. Qualität kann man aussen vor lassen, die müssen sich eh erstmal auf die Hand-Joypad-Koordination gewöhnen. Und sobald was blinkt nach einem Tastendruck sind die Casuals schon hochzufrieden. Alle anderen wenden sich angewiedert ab.

  2. dem letzten satz ist nichts hinzuzufügen.

    aber die avantgarde konnte sich noch nie auf einem status quo ausruhen. (auch wenn es etwas gewagt ist nerds als avantgarde zu bezeichnen)