Porno 2.0 oder doch eher 1.1?

In einem Chip-Artikel wird beschrieben, welche hohe Bedeutung Porno doch für die Internet-Technik hat. Youporn und Co werden als Porn2.0-Portale beschrieben.

Doch ist es heute noch so? Waren Pornos bei Streaming und Payment-Lösungen noch Vorreiter, scheint die Branche ihre Experimentierlust verloren zu haben. Bei Youporn und co gibt es die selben Filmchen wie vor zehn Jahren auf zahlreichen Internetseiten – analog zu Youtube ist das meiste wohl geklaut. Tatsächliche Nutzerbeteiligung tun sich die Porno-Webmaster nicht wirklich an. Von neu entwickelten Techniken ganz zu schweigen, Flash-Video-Player waren schneller im Mainstream als auf Porno-Seiten.

Ist Porno also vom technischen Vorreiter zum Kulturfolger geworden? Oder kenn ich einfach nicht die richtigen Seiten?

7 Kommentare.

  1. Es gab doch mal eine Website die wollte jedem der sie mit IPv6 ansurft 100Gig freien Porn zum download anbieten. Damit wollten die rasant die IPv6 Verbreitung erhöhen. Keine Ahnung, was daraus geworden ist. :)

  2. Das Problem ist wohl eher der user-powered Content. Ich wage zu behaupten, dass 99,999% aller Pornokonsumenten sich an einem Webportal nur passiv beteiligen wollen und maximal eine Bewertung hinterlassen. Wer stellt denn schon freiwillig ein selbstgedrehtes Video ein? :-D

  3. @Hannes Ich glaube das sidn doch viel mehr Menschen als man denkt, vor allem wenn man solche Newsgroups wie de.alt.dateien.weibsbilder und ähnliches mal durchblättert. Und eigentlich reichen diese 0,0001% auch, da es wohl sehr viele Internetnuzer sind die Pr0n surfen und deswegen dieser 0,0001% aus etlichen Menschen besteht ;)

  4. Auch beim HD-Format-War hält man sich ja soweit ich weiß mehr oder weniger raus.
    Die hohe Auflösung bringt wohl auch ein paar Nachteile ;-)

  5. X: Vor ein paar Wochen habe ich von einer TV-Produzentin gehört, dass sich die Konsumenten an schlecht belichtete Wackel-Videos aus Youtube gewöhnt hätten – wer braucht da überhaupt noch hdtv? :-)

  6. Da war ich so stolz, dass ich jüngst im Feigenblog von „Porno 2.0“ sprach, und dann ist mir also ausgerechnet die Chip mit der Formulierung um drei Tage zuvorgekommen … Youporn scheint tatsächlich eine Entsprechung zu Youtube zu sein: eine Mischung aus (mal liebevoll, mal dilettantisch) Selbstgemachtem und Geklautem, durchaus innovativ und erfolgreich. Und sicher weit spannender als die meisten anderen Branchenerzeugnisse.

    Ich weiß nicht, ob ich der Pornobranche besondere Innovationskraft zusprechen würde – eher die Marktmacht, technische Verbesserungen und Neuheiten durchzudrücken. Manches davon, zum Beispiel Blu-ray, zeigt ja auch nur den Wunsch, das Gleiche wie immer zu machen, nur noch schärfer, krasser, extremer – also uninteressant wie neue Silikon-Oberweitenrekorde. Echten Neuerungen wie z.B. den Sachen von Innocent Pictures oder diesem komischen Grrrl-Porno steht die Branche IMHO eher befremdet gegenüber.

    Übrigens hatten wir vor zehn Jahren mal einen ähnlichen Artikel in der c’t (so viel Eigenwerbung muss sein).

    Grüße, wortwart
    (der für c’t und Feigenblatt schreibt)