Tägliche Archive: 26. April 2007

Die unerhörte Leichtigkeit der Festplatte – oder „Wie ich von Robbie Williams überfallen wurde“

Festplatten zerstören Gefühl für den Wert von Musik, sagt die IFPI. Etwas ausführlicher:

„Weil eine Festplatte immer das Gleiche wiegt – egal ob 100, 1.000 oder 10.000 Musikdateien darauf gespeichert sind -, geht schleichend das Gefühl für den Wert von Musik verloren“, sagt Michael Haentjes, Vorsitzender der Deutschen Phonoverbände, anlässlich des Tages des geistigen Eigentums. „Die fortschreitende Digitalisierung kreativer Inhalte wie Musik, Filme oder Bücher erfordert dringend eine Neubewertung des Urheberrechts. Vom Kopieren können Künstler nicht leben, deshalb brauchen wir eine breite Debatte zum Schutz geistigen Eigentums in der digitalen Welt“.

Ich habe eine revolutionäre Idee, wie man diesem falschen Gefühl der Freiheit wieder beikommen kann. Grundlage ist ein neues Gesetz, das eine leichte Konstruktionsveränderung der MP3-Player nach sich ziehen wird. Und zwar darf ein Mobiles Musikabspielgerät nur noch dann Musik abspielen, wenn der Eigentümer pro gespeichertem Musikstück jeweils ein Ein-Euro-Stück einwirft – alternativ zwei Fünfzig-Cent-Stücke oder fünfzig Zwei-Cent-Stücke. Folge: Jeder Besitzer eines MP3-Players wird beim Joggen oder Fahrradfahren sehr genau spüren, wie viel Musik er auf den kleinen Festplattenspeichern mit sich herumträgt.

Doch was hat der Künstler davon? Ganz einfach: Jeder der Münzbehälter der Mobilen Musikabspiler (kurz:MMM) hat ein Schloss. Jeder Künstler, der einen Wahrnehmungsvertrag bei der IFPI unterschreibt, bekommt einen solchen Schlüssel und ist angehalten so viele Musikfreunde zu überfallen wie möglich. Er muss dem ehrlichen Kunden nur den MMM entreißen, das Gerät wie eine Parkuhr ausleeren und gibt – je nach Laune und persönlichem Image – das Gerät zurück.

Davon haben alle was: der Kunde ist glücklich, dass sein MP3-Player keinen Zentner mehr wiegt und der Künstler – und natürlich ein paar freiberufliche IFPI-Beauftragte – können das Geld zur Förderung ihrer Kreativität einsetzen. Hinzu kommt die unmittelbare Live-Performance und der unmittelbare Kontakt zwischen Künstler und Verbraucher. Und welcher Fan würde seinen Freunden nicht gerne erzählen „Gestern wurde ich von den Bodyguards von Robbie Williams abgezogen“?

Wo sind die Mauspads geblieben?

Früher gab es sie an jeder Ecke: im Supermarkt, auf Computermessen, als Werbegeschenke. In Büro-Grau, gepunktet, in Form eines Obst-Korbs. Mit Werbung. Mit dummen Sprüchen. Doch schon lange habe ich kein Mauspad mehr bewusst wahrgenommen. Ist dieser Kulturträger auf dem Abfallhaufen der Geschichte gelandet?

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Falls dem so ist: ich bin mit schuld. Den Sinn von Mauspads habe ich nie wirklich eingesehen. Sie sind unbequem, immer zu klein und eher Schmutzfänger als sonstwas. Und seit es optische Mäuse gibt, habe ich kein Mauspad mehr angefasst. Veilleicht sind auch die anderen Schuld, die statt lustiger Mauspads nun genau so unlustige Bidschirmhintergründe verwenden.

Was soll’s? Bye Mauspads.

(Das Foto steht unter der Attribution-NonCommercial-ShareAlike 2.0-CC-Lizenz.)