Mimische Mails

Derzeit zirkuliert die Geschichte, warum Mails so oft missverstanden werden. Natürlich. Man sieht keinen Gesichtsausdruck, man hört keinen Tonfall, man weiß ja nichts vom Gegenüber.

Ist das wirklich so? Kann man nicht etwas Persönlichkeit in UTF-8 pressen? Wenn der Absender eine Frau ist – was bedeuten die doppelten Ausrufezeichen. Wann wurde die Mail geschrieben? Wie ist die Smileydichte? Und die Mail vom Chef: ist er kurz angebunden oder ist er schlicht ein effektiver Kommunikator? Wer im Internet zu Hause ist, lernt solche subtilen Zeichen zu interpretieren. Natürlich gibts Mißverständnisse, aber wo gibts die nicht?

Meine These: Mails können durchaus Emotionen, Einstellungen, Subkontexte transportieren. Es dauert halt ein wenig, bis jeder damit umgehen kann. Aber es setzt sich fest.

2 Kommentare.

  1. da spricht mir einer aus der Seele.
    BTW: Da man im Internet immer Distanz hat, bemerkt man viel leichter wie jmd wirklich ist.

  2. Eine sehr gute Beobachtung! Nicht umsonst wurden in den letzten Jahren Emoticons, Smileys und Inflektive erfunden, um auch in textuellen Umgebungen mit Emotionen zu hantieren. Dazu gibt es auch bereits einen Haufen an Studien, zum Beispiel hier: http://www.chat-bibliography.de